In den Hinterhöfen von Warschau – Ząbkowska | ….. In the Backyards of Warsaw – Ząbkowska

Die Ząbkowska in Praga-Północ im Aufschwung |
The Ząbkowska street in Praga-Północ is on the Rise

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Die Hinterhöfe der Ząbkowska Straße im Bezirk Praga Nord. Wo Gegensätze sich anziehen.
The backyards of the Ząbkowska street in the district Praga North. Where opposites attract.

Warschau, Praga, Ząbkowska – Gentrifizierung?
Warsaw, Praga, Ząbkowska – Gentrification?

Warschau hat in den letzten Jahren/Jahrzehnten viel Wandel erlebt, nicht zuletzt durch EU-Gelder erstrahlt sie heute im neuen Glanze und wird immer öfter zum Zielgebiet vieler Touristen und Austauschstudenten. Ich erinnere mich noch heute daran, wie während meiner Erasmus-Zeit viele Stundenten in Warschau anfangs gar nicht so begeistert waren ihr Auslandssemester nicht in Spanien oder England zu verbringen, sondern aus irgendwelchen Gründen nach Polen mussten. Heute erinnern Sie sich nur zu gerne an die Zeit und ab und an..treibt sie die Sehnsucht zurück in die osteuropäische Metropole. Miestens spielt sich das Leben auf der linken Seite der Stadt ab, selten treibt es jemanden weiter als bis zur Ufergrenze oder dem Nationalstadion, das ich auf der rechten Seite vom Fluss befindet.

Hier in Praga Nord und Süd, auch als “Arbeiterviertel” bekannt, ziehen sich Gegensätze magisch an. Nirgendwo mehr als hier spürt man die Gentrifizierung bis ins Knochenmark. Es ist schon eine andere Atmosphäre. Da eine Gruppe Arbeitsloser vor dem 24-Stunden Alko-Shop, dort Hipster in der veganen Bar nebenan.  Hier findet man außerdem noch viel alte Backsteinarchitektur aus dem Zweiten Weltkrieg, die auch als “Kamienica” bezeichnet werden. Viele wurden über Jahrzehnte hin vernachlässigt und sind renovierungsbedürftig, was ihrem Charme jedoch keinen Abbruch tut. Ganz im Genenteil, sie geben dem Bezirk Farbe und tragen in sich ein großes Stück Geschichte. Vielleicht ist es gerade das was Designer und Architekten immer mehr anlockt (und natürlich noch die vergleichsweise günstigen Mieten).

Warsaw has experienced much change in the recent years, not at least because of EU funds it shines in new splendour and becomes an increasingly popular target for tourists and exchange students. When I reminisce my Erasmus era in Warsaw many students weren’t  thrilled at first to spend their semester abroad in cold Poland rather than Spain or England. But today they remember their exchange in Warsaw in a very positive way and from time to time..nostalgia brings them back into the eastern metropolis. However, most of the time life plays on the left side of the city and rarely drives someone further than to the shores of the river where the National Stadium is located.

In the districts Praga North and South, also known as “the working-class neighbourhood,” opposites attract each other in a unique and magical way. Nowhere more than here you can feel the gentrification to the core. It’s a different atmosphere. There, a group of unemployed hanging out in front of the 24-hour alcohol shop, here some hipsters in the vegan bar next door. Here you will find a lot of old brick architecture from World War II, also known as “Kamienica”. Many have been neglected for decades and are in need of renovation, which however, does not detract from its charm.It gives the district color and most of the buildings carry a great piece of history in their walls. Perhaps that is it why designers and architects increasingly attracted to move here (and of course the comparatively low rents).

Ząbkowska – ein Stück Geschichte | Ząbkowska a Piece of History

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Die Anfänge der Straße führen auf das 18. Jahrhunder zurück. Bis zum Ersten Weltkrieg war dieser Teil von Praga meistens von jüdischstämmigen Warschauern bewohnt. Eines der bekanntesten Teile dieser Straße is der Eingang zum “Bazar Różyckiego”, ein berühmt berüchtigter Basar der in Zeiten des Kommunismus als Schwarzmarkt fungierte. Dieser Teil der Stadt überlebte den Zweiten Weltkrieg ohne schwere Verluste: nur eine Gebäude (Hausnummer 15/17) wurde beschädigt.

Vor einem Jahr saß is hier im Caffee&Bistro Galeria Sztuki mit meinen Eltern. Es war ein kleines süßes Vintage-Café in der Ząbkowska 13 Ecke Brzeska Straße. Während wir unseren Latte Macchiato schlürften erzählte mir mein Vater wie man diesen Teil von Praga früher sehr stark gemieden hatte. “Komische Gestalten liefen rum”, meinte er. Nachts wurde ein großer Bogen um diese Gegend gemacht. Meine Mutter verkaufte damals (zu meiner Verwunderung) auf dem Schwarzmarkt ihre selbstgenähten Kleider, um etwas Geld zu verdienen. Grotesk war die Situation dann schon, nach vielen Jahren an der Stelle wo Ticker, Zuhälter und leichte Frauen Geschäfte machten plötzlich einen Macchiato zu trinken und Kuchen zu essen. Aber nun ist alles anders. Bars und Restaurants sprießen wie Pilze aus dem Boden, Altbauten werden restauriert und neue architektonische Wunder enstehen. Hier in der Straße reiht sich neu und alt aneinander und gehen eine liebevolle Symbiose miteinander ein. Etwas was man einfach persönlich erleben sollte. Ein Muss für alle die abseits der Touri-Orte echte Warschauer Luft schnuppern wollen.

The beginnings of the road leading back to the 18th century. Until World War I this part of Praga was predominately inhabited by Jewish-born Varsovians. One of the best known parts of this street is the entrance to the “Bazar Różyckiego”, a notorious bazaar that served as a smuggling hub and black market in times of communism. This part of town survived the Second World War without heavy losses: only one building (house number 15/17) has been damaged.

A year ago, I was sitting in the Cafe Bistro Galeria Sztuki with my parents. It was a little sweet vintage café at the corner Ząbkowska 13 / Brzeska Street. While we sipped our latte macchiato my father told me how people were avoiding this part of Praga once. “Strage people were running around”, he said. Especially at night, people were giving a wide berth to this area. During those times, to my surprise, my mother sold their own tailored clothes on the black market. Grotesque though, that after so many years we were enjoying cake at a place where pimps and prostitutes were doing business. But now everything is different. Bars sprout like mushrooms from the soil, old buildings are being restored, new architectural wonders are being born. Here in the street, new and old go along together and joyfully enter a symbiosis with each other. Something you should experience personally. A must for all who want to sniff some real Varsovian air far away from the typical tourism spots.

Die Hinterhöfe der Ząbkowska – Fotoreihe | Backyards of Ząbkowska in Pictures 

Gezeigt werden Hinterhöfe der alten Backsteingebäude. Die meisten neuen Gebäude sind nicht begehbar ohne einen speziellen Code einzugeben, den meistens nur Anwohner kennen.

We show you backyards from old buildings. Newer are almost impossible to enter without knowing a specific code.

Erster Hinterhof – Ząbkowska Nr. 4 | First Backyard Ząbkowska no. 4

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Zweiter Hinterhof – Ząbkowska Nr. 3 | Second Backyard Ząbkowska no. 3

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Zweiter Hinterhof – Ząbkowska Nr. 7 | Second Backyard Ząbkowska no. 7

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Kalina Marciniak
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Kalina Marciniak

Geboren in Berlin und mit der polnischer Kultur und Sprache aufgewachsen, habe ich mich nach dem Bachelor in die große weite Welt des osteuropäischen Landes Polen aufgemacht und meinen Master in Warschau begonnen. Live aus der Hauptstadt werde ich euch von den besten und interessantesten Plätzen berichten 🙂
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Born in Germany, grown up with the Polish culture and language I decided after my Bachelor to start my Master in Warsaw. Live from the capital I will inform you about the best places to be!;)
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